Montag, 18. April 2011

Don't Shut 'Em Down: Flogging Molly mit neuem Video

Kunst statt Kommerz: Längst gelten Videoclips nicht mehr nur als Verkaufshilfe für Single-Auskopplungen. Gut, es gäbe ohnehin kaum noch Musiksender, die meinen Musikgeschmack bedienen (vom großartigen GoTV mal abgesehen). Die bewegten Bilder haben sich jedenfalls zu einer eigenen Kunstform entwickelt, und gottlob setzen Bands aus Indie oder Punk nicht auf Videos, in denen Horden knapp beschürzter Mädels ihre sekundären Geschlechtsmerkmale in die Kamera halten (ja, sowas gibt's leider noch).

Zur Sache: Die Irish Folk Punks Flogging Molly haben vergangene Woche ihr neues Video "Don't Shut 'Em Down" veröffentlicht. Und das ist nicht weniger als ein Statement: "Save Our Jobs" liest sich die große Headline, die hinter den Musikern prangt. Zeitungsartikel blitzen auf, Krisenmeldungen, es geht um den Verlust des Berufs, die Bedrohung der Existenz. Und die Forderung, die auch aus einem Michael-Moore-Film stammen könnte: "Don't Shut 'Em Down". Visuell gelungen, der Sound überrascht: Der Vorbote des am 27. Mai erscheinenden neuen Albums "Speed Of Darkness" ist kein bandtypischer Folkpunk-Kracher, sondern überrascht mit seinem Bassintro und dem straighten Rhythmus. Die ersten Höreindrücke lassen darauf schließen, dass die Band ihren Sound nach dem bereits offener wirkenden "Float" nochmals verändert hat - ohne allerdings die Wurzeln zu verleugnen. Warum auch? Flogging Molly sind mit die wichtigsten Vertreter des Irish Folk Punk. Neben den raubeinigen Kollegen Dropkick Murphys (Hörtest von "Going Out in Style" hier) wirken Flogging Molly wie die belesenen Romantiker.

Übrigens: Wer die Band besser kennenlernen will, sollte sich die Band-Doku "Whiskey On A Sunday" zu Gemüte führen. Warum, lest Ihr im nebenstehenden Artikel, den ich 2006 geschrieben habe. Erschienen am 18. Juli auf der Szene-Seite der Schwäbischen Zeitung.

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