Mittwoch, 23. März 2011

Hörtest: Obits – Moody, Standard and Poor

Als ob The Vines die Kollegen The Strokes über den Haufen rennen, und The Who zwischendurch als School of Rock-Lehrkörper reinschauen. 
Wobei: Groß sind die Obits selbst. 

Erscheint am 1. April - und rockt.
Kein Schlaf bis Brooklyn: Wer hier nicht mit allen Gliedern zuckt, sollte mal einen Neurologen aufsuchen. Die New Yorker liefern einen Brocken ab, der mehr "High Voltage" ist als die letzten 20 Jahre AC/DC zusammen. Kein Wunder, hier sind keine Amateure am Werk. Gitarrist und Sänger Rick Froberg kennen Indie-Füchse von Bands wie Drive Like Jehu, auch den Rest seiner Lärmtruppe kann man nicht als unbeschriebene Blätter bezeichnen.

Nun also das zweite Album "Moody, Standard and Poor" (eine Anspielung auf die mächtigen Rating-Agenturen), das so derart zum Punkt kommt, als gäbe es keine Kommata. Gitarre einstöpseln, Amp anzerren, one two three four. Der Einstieg mit "You gotta lose" ist so berauschend, dass man nicht weiß, ob man sich mehr über die Gitarrenriffs oder die wuchtigen Arschtret-Drums freuen soll. Selten hat es mehr Spaß gemacht, sich von einer Platte so die Gehörgänge freipusten zu lassen. Impulsiv und unbeschwert, lässig und sexy wie es in den 60ern war. Auf das Intro von "I want Results" müssten die New Yorker Kollegen The Strokes neidisch sein. "Naked to the World" beschwört den Geist der Stones, "Everything looks better in the sun" ist ein Power-Blues mit angecrunchten Gitarren und bei "No Fly List" sind sogar bereits erwähnte AC/DC nicht weit.

Aber wie gesagt: Name Dropping hilft im Grunde nicht weiter. Man muss sich dieser Platte einfach ergeben. Nicht dass sie einem wirklich die Wahl ließe.

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