Montag, 21. März 2011

Frank Turner bei Rock am Ring und Rock im Park

Eigentlich wollte sich der britische Punk-Country-Folk-Barde Frank Turner im Urlaub auch vom Internet verabschieden. Aber es geht eben nix mehr ohne. Vor gut einer Stunde verkündete er über Twitter, dass er nun doch einmal am Tag die Web-Abstinenz unterbricht. Die gute Nachricht für uns: Wer den Mann, der ohnehin permanent on the road ist, live sehen will: Bei Rock im Park (3. Juni) und Rock am Ring (4. Juni) wird er seine bierseligen Hymnen ins Publikum donnern. Sein neues Album "England keep my bones" kommt am 7. Juni, auf seinem Internet-Blog verkündet der Songwriter, dass seine Band inzwischen endlich einen Namen habe: The Sleeping Souls, das sind Frank Turner und seine Mitmusiker Ben Lloyd (git), Matt Nasir (keys), Tarrant Anderson (bass) und Nigel Powell (drums).

Frank Turner in Winterthur.    Foto: Drescher
Dass diese Besetzung perfekt ist, um eine schäumende Party zu entfachen, hab ich am 22. August vergangenen Jahres bei den Musikfestwochen in Winterthur erlebt (Schnappschuss nebenstehend). Frank Turner legt keinen Wert auf Rockstar-Brimborium, er ist so nah an den Fans wie kaum einer. Er beobachtet das Leben mit präzisem Blick, fasst seine Weisheiten in manchmal ironische, mitunter sentimentale, aber nie selbstmitleidige Texte. Und es ist einfach wahr: Wenn er in der Live-Hymne "I still believe" etwa singt "Now who'd have thought/that after all/something as simple as Rock'n'Roll would save us all?"

Erwähnenswert auch eine Anekdote, die Frank Turner in Winterthur erzählt hat: Er war bei einer Demo in London dabei. Die Polizei kesselte die Demonstranten ein. "Der Sinn des Ganzen: Sie lassen Dich nicht aufs Klos, und wenn Du dann irgendwo hin pinkelst, verknacken sie Dich deswegen." Dem Campfire-Punkrocker passierte etwas weit Schlimmeres: Er begegnete seiner Ex-Freundin. "And I said: Noooo, noooo, noooooooooo! Not you!" Die Bobbys wollten ihn trotzdem nicht rauslassen, Turner erklärte einem Polizisten die Lage. "Dann, aus dem nichts, schlug mich ein Beamter mit Wucht zu Boden und trug mich weg. Als wir außer Sichtweite waren, half er mir auf die Beine. Dann sah mir tief in die Augen und sagte: Lauf!"

Die Polizei – auch in England Dein Freund und Helfer.

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