Samstag, 3. Dezember 2016

Galerie der Klassiker: Black Bonzo - Guillotine Drama

Wahnsinn, die Wochen gehen gerade so schnell rum. Letzter Blogbeitrag von Mitte November. Aber jetzt: Eine Entdeckung, die mir seit Kurzem das musikalische Leben versüßt. 

Ich kannte Black Bonzo bisher nicht. Aber was mir mit ihrem Album "Guillotine Drama" um die Ohren geflogen ist, das ist phänomenal. Selten hab ich eine Platte gehört, die mir so rätselhaft erschien. Als ich die Songs zum ersten Mal im Shufflemodus bei Spotify gehört habe, ließ mich die Stimme von Magnus Karlson an die schottischen Tanzrocker von Franz Ferdinand denken. Doch dieser Vergleich führt komplett auf die falsche Fährte, denn Black Bonzo sind eher im Prog-Rock zuhause und verströmen ein mystisches Retro-Feeling. Und vor allem haben die fünf Musiker aus der Stadt Skellefteå große Songs. Ich steig mit dem Stück ein, das mich so umgehauen hat: "How Do You Feel?" lässt die Sonne aufgehen, mehrstimmiger Gesang und eine Hammondorgel leiten das Stück ein, dann die sanfte Stimme "Wake up wake up, little girl, here's a new world just waiting here for you." Und dann später: "There will be laughter and tears, that's how it will be for many years." Da muss ich fast schon an Stairway to heaven und die forests, die echo with laughter, denken und dann an Herr der Ringe. Nach ein paar Minuten, man denkt, das Stück sei schon zu Ende, kommt dann noch ein schöner Twist. Jedenfalls: Einen solchen Song habt Ihr noch nie gehört. 

Aber es ist nicht der einzige Diamant auf diesem Diadem. "Tell Me The Truth" mit seiner Zeile "Sometimes I envy you for being who you are". Und "Nest Of Vipers". Getragene Songs, die majestätisch voranschreiten und an die Kauzigkeit von King Crimson ebenso erinnern wie an die Hymnenhaftigkeit von Uriah Heep. Zuvor beeindruckte schon "Because I Love You" mit seinem harten Riffing, und "Sudden Changer" groovt so herrlich, dass einem hier gar keine großen Worte mehr einfallen, weil man lieber nochmal die Platte auflegen will. Ach ja: Die Platte ist 2009 erschienen, war das dritte und letzte Album der Band, die sich dann 2011 auflöste und deren Mitglieder 2012 teils unter dem Namen Gin Lady weitermachten. 

Ein Juwel. Laut hören und Kopfhörer benutzen. Aber Vorsicht: Macht süchtig. 

"Guillotine Drama" von Black Bonzo ist am 18. September 2009 via B&B Records erschienen. 

Samstag, 12. November 2016

SZene-Hörtest: Iggy Pop - Post Pop Depression - Live At The Royal Albert Hall

Iggy Pop liefert mit der "Post Pop Depression" eines meiner Lieblingsalben dieses Jahr - auch, weil das Album durch die Handschrift von Josh Homme deutlich nach den Queens of the Stone Age klingt.

Jetzt gibt es das Ganze auch noch live. Die Show in der Royal Albert Hall ist fantastisch in Ton und Bild festgehalten. Meine Besprechung ist am 25. Oktober in der Schwäbischen Zeitung erschienen. Klickt aufs Bild, dann könnt Ihr sie lesen.


Samstag, 5. November 2016

SZene-Hörtest: John K Samson - Winter Wheat

Die Platte des Jahres steht für mich dann auch fest. John K Samson hat mich noch nie enttäuscht, und auch diesmal ist das Album des Kanadiers eine Kristallisation von Glücksmomenten. Meine Besprechung der Platte ist am Dienstag, 25. Oktober, auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr meinen Text lesen.

Samstag, 22. Oktober 2016

SZene-Hörtest: Opeth - Sorceress

Opeth haben mich schon mit ihrem letzten Album "Pale Communion" gekriegt. Jetzt muss ich zugeben, dass ich mit der Hinwendung vom Death Metal zum Prog kein Problem hab, aber das ist vermutlich auch einfacher, wenn man kein Fan der ersten Stunde ist. Bei In Flames zum Beispiel steh ich den jüngeren Outputs auch eher skeptisch gegenüber, wohingegen ich die ersten Scheiben die besten finde - nach wie vor.

Meine CD-Kritik zur neuen Platte von Opeth ist am vergangenen Samstag in der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr sie lesen.

Samstag, 15. Oktober 2016

"Keine Band würde sagen, dass Ihr neues Album schlechter als das vorige ist": Apologies I Have None im Interview

Apologies I Have None haben 2012 mit ihrem Debütalbum "London" 2012 nicht nur bei mir offene Türen eingerannt. Mit Hymnen wie "Long Gone" haben sie vor vier Jahren erstklassige Songs abgeliefert. Mit "Pharmacie" musste ich hingegen erstmal warm werden. Ein düsteres Album, aber es geht schließlich auch um Depression. Im Interview hat mir Josh McKenzie kürzlich erzählt, wie es dazu kam, dass das Debüt nach Sonnenschein klang, der Zweitling aber nach dunklen Wolken klingt. Erschienen ist das Interview am Mittwoch, 5. Oktober, auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung. Per Klick aufs Bild könnt Ihr es lesen. Die CD-Kritik gibt's noch obendrauf.

Samstag, 8. Oktober 2016

Bildergalerie: Bouncing Souls im Club Vaudeville

Die Bouncing Souls waren da. Ich auch. Im Club Vaudeville (am Donnerstag), wo sie so perfekt hinpassen. "Tip Me Or I'll Vote For Trump" steht mit Edding auf einer improvisierten Pappschachtelkasse am Merchstand. Ist ja gut, hier ist ein Fünfer. Lindau, das ist für so viele Fans wie nach Hause kommen. Donnerstagabend mag nicht der perfekte Konzertabendzeitpunkt sein, das sieht man, wenn man vor der Bühne reichlich Platz zum Tanzen hat. Aber die Fans verwandeln den Raum trotzdem in einen Pogo-Pit, und wenn jemand stagediven will, muss sich eben der Rest besser organisieren, damit es keine harte Landung gibt.

The Menzingers haben unschlagbare Songs dabei, "Burn After Reading" etwa, oder "Good Things", oder "Casey" oder oder oder. Neues wie "Thick As Thives" gibt es auch zu hören. Beim Gesang ist nicht immer jede Note 100 Prozent richtig, aber was soll's, Punkrock eben. Eine fantastische Band, die allein schon für den Songtitel "I Don't Wanna Be An Asshole Anymore" einen Coolness-Oscar verdient hätte.

Die Bouncing Souls sind dann energieleaden und extrem unterhaltsa. Seit 1987 gibt es die Bouncing Souls jetzt schon - fast 30 Jahre, wieder ein Fall für die Rubrik "Kinder, wie die Zeit vergeht". Der harte Kern ist von Anfang an gleich geblieben: Sänger Greg Attonito mit seinem unnachahmlich tänzelnden Stil, der hart rockende Gitarrist Pete Steinkopf, der glatzköpfig muskulöse Bassist Bryan Kienlen. Seit 2013 dabei ist Drummer George Rebelo, den man von Hot Water Music kennt - die Mannschaft ist aufeinander eingespielt. Die Setlist ist gut ausbalanciert, "Anchors Aweigh" wird mehrfach gewürdigt, aber auch das neue Album "Simplicity" kommt zum Zug, etwa mit dem grandiosen "Writing On The Wall". Den Titelsong von "Ghosts On The Boardwalk" gibt es in einer Akustikversion, und dazu geht eine orangene Sonne auf - also gefühlt (siehe Fotos). Am Ende kommen alle auf die Bühne, The Menzingers, Roger Harvey (den ich verpasst hab) und singen gemeinsam die "Manthem". Ein perfekter Abend endet. Gern wieder.

Hier findet Ihr meine Bildergalerie:


Bouncing Souls in Lindau

Samstag, 1. Oktober 2016

SZene-Hörtest: Billy Bragg & Joe Henry - Shine a Light

Das Konzept ist so genial. Zwei Künstler reisen mit dem Zug durch die USA und nehmen in den Bahnhöfen jeweils Stücke auf, die sich eben genau mit der American Railroad beschäftigen. Was Billy Bragg und Joe Henry auf ihrem Kollaborationsalbum abliefern, ist genial. Meine Plattenkritik dazu ist am Dienstag auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick auf den Text könnt Ihr ihn lesen.

Beim Rolling Stone gibt es ein Video, das die ganze Aktion greifbar werden lässt: