Samstag, 24. September 2016

SZene-Hörtest: Ghost - Popestar

Na gut, was Ghost angeht, bin ich Fanboy. Da braucht Ihr Euch ja nur den Post von letzter Woche anzuschauen. Aber auch ohne subjektive Brille käme ich wohl zu dem Ergebnis, dass die neue EP der schwedischen Okkultisten ein großer Wurf ist. Sie wird sicherlich nicht allen Erwartungen gerecht, aber genau das macht ja auch große Kunst aus. Sich neu erfinden, neue Facetten entdecken und nicht stehenbleiben. Mich haben sie trotzdem gekriegt. Meine Plattenkritik dazu ist am Dienstag auf der Szeneseite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr sie lesen.

Sonntag, 18. September 2016

U&D Weingarten: Fotos von Ruby Shock und The Weight

Langsam glaub ich, es liegt an mir. Jedes Festival, auf dem ich dieses Jahr war, war verregnet. Rockvaria - Regen en masse, aber zum Glück keine Unwetter. Rock am Ring - wegen Unwetter mit Verlezten abgebrochen. Southside - wegen Unwetter abgebrochen. Rock am See - grandios, aber auch von ein paar Schauern heimgesucht. Beim Umsonst & Draußen in Weingarten hab ich auch die Wolken im Gepäck gehabt. Pech für die Organisatoren war, dass dann auch noch der Headliner NH3 absagte. Die italienische Ska-Band blieb mit einer Panne unterwegs liegen.

Ich war da, um Fotos von zwei Bands zu machen.

Per Klick aufs Bild kommt Ihr zu meinen Fotos vom U&D-Auftritt der Stuttgarter Alternative-/Stonerrockband Ruby Shock, die bei der vom Regen dezimierten Zuschauerschar grandios ankamen. Eine Plattenkritik des Albums "Love Me, Love My Dogs!" findet Ihr hier auf dem Blog.

Ruby Shock beim U&D Weingarten

Die österreichische Band The Weight lässt sich vom Rock der 70er-Jahre inspirieren. Klickt aufs Bild, dann kommt Ihr zu meiner Bildergalerie. Wer The Weight noch nicht kennt: Hier gibt es ein Bandporträt, das ich für die Schwäbische Zeitung geschrieben habe. Fotos vom Auftritt in Dornbirn letztes Jahr findet Ihr hier.

The Weight beim U&D Weingarten

Samstag, 17. September 2016

Nicke Andersson im Interview zur neuen Imperial State Electric

Entspannt, gesprächig, tiefenentspannt: Nicke Andersson ist immer ein dankbarer Gesprächspartner. Der frühere Sänger und Gitarrist der schwedischen Rotzrock-Legende The Hellacopters hat mir kürzlich im Interview zur neuen Platte seiner Band Imperial State Electric Rede und Antwort gestanden. Erschienen ist der Artikel vergangenen Samstag in der Wochenendbeilage der Schwäbischen Zeitung. Per Klick aufs Bild könnt Ihr das Interview lesen.

Mein Interview zu "Reptile Brain Music" von vor drei Jahren könnt Ihr an dieser Stelle lesen.

Freitag, 16. September 2016

Ghost mit neuem Video zu "Square Hammer"

Eigentlich ist ja Samstag Blogtag. Aber heute erscheint die neue EP von Ghost. "Popestar" heißt sie, und der Song "Square Hammer", der diese Woche veröffentlicht wurde, läuft schon die ganze Zeit rauf und runter bei mir. Jetzt ist auch das Video dazu veröffentlicht. Darin sind Papa Emeritus III und seine Nameless Ghouls die Stars einer Filmpremiere, nicht irgendeiner, sondern des ersten Films überhaupt, wie man an einer Schlagzeile lesen kann.

Ghost sehen die EP als Verlängerung ihres fantastischen 2015er-Albums "Meliora", das für mich die Platte des Jahres war. Kein Wunder, dass sie die Bildsprache des Artworks aufgreifen und neben Horror-Elementen auch die Bildsprache Fritz Langs ("Metropolis") zitiert wird. In den Lyrics greifen sie mit den Sätzen "Are You on the Square? Are You On The Level" auch die Sprache der Freimaurer auf. 

 Es gibt viele kleine Anspielungen und Easter Eggs. Wer ist "Bonnenfeld"? Was bedeutet der Rote Kardinal am Ende des Videos? Was passiert, wenn das Bat-Signal-artige Ghost-Signal am Himmel erscheint? Es gibt viele Interpretationsansätze und man spürt, dass Ghost selbst große Fans von Horror und B-Movies der Vergangenheit sind.

Die Rezension findet Ihr demnächst auch hier. Letztes Jahr hab ich Ghost in München gesehen und es war fantastisch. Hier entlang zur Konzertkritik, wollt Ihr direkt Bilder sehen, dann geht zu schwaebische.de/ghost.

Samstag, 10. September 2016

Hörtest: Chris Farren - Can't Die

Luftige Gitarren, Nintendo-8-Bit-Sounds, augenzwinkernder Pop-Appeal - was Fake-Problems-Fronter Chris Farren hier auf seinem Solodebüt bietet, gefällt wegen seiner vielen Facetten. 

Das Klavier hämmert und tupft, die Melodien knoten sich um die Gehirnwindungen, das Schlagzeug funkt mit rein und irgendwie fühlt man sich wie in einem der lustigen Vampire-Weekend-Songs: "Say  U Want Me"  ist einer der, ähm, Hingucker auf diesem Album.

Aber dass das hier nicht das übliche Ich-mach-solo-was-Projekt eines sonst im Rock verhafteten Musikers ist, weiß man schon nach wenigen Sekunden. Die Mischung aus schrammeligen Gitarren und abgefahrenen Sounds ist extrem gut gelungen. "Human Being" lässt mich immer an die grandiose Serie "Community" denken, "Brighter" klingt nach nächtlichen Städten und ihren Lichtern (kann ich nicht anders erklären, hört es Euch an) und "To Insecurity And Beyond" pluckert mit seinen Gameboy-Piepsern vor sich hin. In der zweiten Hälfte fällt "Everything's My Fault" auf, weil hier am ehesten noch die Gitarren geballt aufjaulen und Superchunk Konkurrenz machen. Extrem profitiert die Platte davon, dass Chris Farren bei der Auswahl seiner Sounds keine Scheu kennt und die Stücke extrem verspielt wirken. Elf Songs, 30 Minuten - man braucht nicht die Aufmerksamkeitsspanne wie bei einem Progressive-Rock-Epos, und die Stücke sind auch eine sehr kurzweilige Angelegenheit. 

Bevor der Herbstnebel kommt, hier die Gutelauneplatte für die letzten Sommertage des Jahres. Klingt banal, aber fahrt einfach mal mit der Platte im Player und der Lautstärke voll aufgedreht durch die Gegend. Dann wisst Ihr, was ich meine. 


„Can’t Die“ ist am 2. September via Side One Dummy erschienen. 

Samstag, 3. September 2016

Hörtest: Descendents - Hypercaffium Spazzinate

Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich gut amüsiert. Ganz anders als damals, als sich die Fanzösisch-Stunde zäh wie ein Kaugummi, der seinen Geschmack verloren hat, in die Länge zog. Wer die schnellste halbe Stunde (plus ein paar Zerquetschte) seines Lebens durchleben will, dem sei die neue Platte des Punkrock-Urgesteins Descendents wärmstens ans gitarrenversessene, melodieverliebte Herz gelegt.

Was Milo Aukerman, Stephen Egerton, Karl Alvarez und Bill Stevenson auf dem hyperaktiv kreativ "Hypercaffium Spazzinate" betitelten Album verzapfen, ist hochenergetischer Punkrock mit, der das gitarrenversessene, melodieverliebte Herz wärmt. Für mich zeigen sich hier deutliche Parallelen zu "Hang", dem 2014er-Überraschungshit von Lagwagon. Joey Cape und Co. ließen sich neun Jahre Zeit für ein neues Album, bei den Descendents liegt das letzte Album "Cool To Be You" sogar 12 Jahre zurück. Im selben Jahr steuerte die Band für den ersten Teil der "Rock Against Bush"-Sampler aus dem Hause Fat Wreck den Song "Sad Sate Of Affairs" bei. Seither ist mir der Name Bill Stevenson immer wieder begegnet, aber eigentlich ging es dann immer um Produktionsjobs, die er für andere Bands gemacht hat. Zu den Platten, die im legendären Blasting Room aufgenommen wurde, gehören zum Beispiel Hot Water Musics "Exister", "Tales Of Wyoming" von Teenage Bottlerocket, "Comet" von den Bouncing Souls sund natürlich auch bereits erwähntes "Hang" von Lagwagon.

Nun haben die Descendents die Blasting Room Studios natürlich auch für "Hypercaffium Spazzinate" genutzt, und der Sound ist genauso wuchtig und drückend, wie man sich das wünscht und wie auch "Everything Sucks" geknallt hat. Nix Intro, "Feel This" haut genauso rein, wie eine Punkrockshow von Null auf Hundert startet, vor dem geistigen Auge sieht man den Pogo-Pit, die Crowdsurfer, den Sänger, der am Bühnenrand kniet und das Mikro in die Menge hält. Schweiß, Bier (oder auch nicht, jeder wie er will), Verbrüderung. Wieso überrascht uns das eigentlich so, dass die "Comeback"-Alben unserer Helden dann doch so fantastisch ausfallen? Klar, auch Musiker verändern sich, aber sie verlernen ja nichts. Und dass das Alter nicht zwangsweise zum Zahnloswerden führt, sondern im Gegenteil auch etwas mit Reife und Besserwerden zu tun hat, ist doch eigentlich auch bekannt. "On Paper" ist ein fantastischer Ohrwurm, bei "Without Love" muss sich auch der härteste Iroträger eine Träne verkneifen und "Comeback Kid" ist programmatisch. Wer wissen will, wo der Punkrock seine poppige Seite her hat, wo ein wesentlicher Einfluss von Bands von Green Day bis Bad Religion herkommt, der kommt an den Descendents eh nicht vorbei - und bekommt hier ein Highlight des Jahres, al dente, hochkonzentriert, Klassikerpotenzial.

Es wird viel darüber geredet, ob Punk tot ist, ob Kommerz die Rebellion erstickt hat. Den Descendents gehen solche Diskussionen wohl am Allerwertesten vorbei. Sie machen einfach weiter, als seien sie nie weg gewesen. Danke dafür.

"Hypercaffium Spazzinate" ist am  29. Juli 2016 via Epitaph erschienen.

Samstag, 27. August 2016

Nachgereicht: Konzertkritik zu Rock am See in Konstanz

Letzte Woche war hier kein aktueller Post zu finden. Wer mir auf Twitter folgt oder auf Facebook Tinnitus Attacks geliked hat, weiß den Grund. Rock am See. Und es war fantastisch. Vor allem The Libertines haben mir ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Muse waren natürlich auch grandios. Meine Konzertkritik ist am Montag in der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr sie lesen.

Die Fotos stammen von Simon Anhorn, einem äußerst talentierten Fotografen. Wenn Ihr hier schon was über The Weight gelesen habt, dann habt Ihr auch schon Bilder von ihm gesehen. Checkt seine Internetseite und gebt ihm ein Like auf Facebook, wenn Ihr mehr sehen wollt. Solltet Ihr vorhaben, demnächst zu heiraten, dann noch unbedingter.